Maxxer "JJ" goes wild & dörty
Heute berichte ich von meinem ersten Geländeritt mit meiner Kymco.
- Viel Spaß, viele Probs.. -
Ich versuche alles so detailliert und ausführlich, wie möglich, zu beschreiben .
Heißt im Klartext ich schreibe um den heißen Brei 

Wer nicht viel lesen möchte sollte sich hier ausklinken^^ 
Da wir in unserer Nähe viele, noch teilweise im Betrieb befindlichen Tagebau/Kies und/oder Kohlegruben haben, musste ich natürlich mit meinem Vehikel das Gelände testen.
Nicht umsonst holt man sich so ein Fahrzeug, so ist meine Meinung.
Leider habe ich dabei nicht beachtet, dass ich noch?! keine Can-am besitze 
Trotzdem ist mein Maxxer natürlich Fit fürs Gelände.
Man kann zwar nicht durch meter tiefe Pfützen/Flüsse usw fahren, aber man kann seinen Spaß im Gelände haben.
Wenn man keine Tieferlegung o.Ä. besitzt reicht der Federweg und die Kraft dennoch vollkommen aus.
Nun zum Erlebnis:
Es ist Sonntag, in der Glotze läuft nichts, die Freundin ist weg...
Was tut man(n)?
Natürlich ab aufs Quad und los geht's !!!
Die Sonne drängt sich aus den grauen Wolken hervor, es ist Kalt, aber nicht zu Kalt mit ordnungsgemäßer und entsprechender Kleidung.
Ich hab mir vorher schon immer vorgenommen in einem bestimmten Tagebau zu fahren.
In unserer Kernjugendzeit waren wir öfters an diesem Ort.
Wir suchten die Idylle, die Ruhe und Abgeschiedenheit und die Abwechslung an diesem Ort.
Wir kennen uns also aus.
Mir war bewusst, dort wo ich runter fahre, komme ich keinesfalls wieder hoch.
Da ich durch unseren mehrfachen besuche an diesem Ort weiß, dass es noch viele andere Wege gibt, dachte ich mir, dass ich einfach einen anderen Weg finden werde.
Es gab immer wieder Leute, die dort mit Ihren Crossbikes oder Quads gefahren sind.
Zur Not hat man Googlemaps und viele andere Helfer.
Doch dann meldete sich der vernünftige Mann im Ohr...
Was ist, wenn dir was passiert? Was ist wenn du Stecken bleibst und nicht weiter geht etc.
Ich konnte es nicht mit meinem Gewissen und dem "kleinen Mann" vereinbaren.
Also habe ich einen Kollegen angerufen, der ganz in der Nähe wohnt.
Er wollte sich natürlich nicht den Spaß entgehen lassen..
Ich hab Ihn, bevor wir runter sind, einige Runden drehen lassen, da er Motorradfahrer war musste er erstmal ein Gefühl bekommen.
Durchs Motorrad war er es gewöhnt, das Fahrzeug auszubalancieren.
Wenn man sich an seine erste Quadfahrt erinnert, wird man das bestimmt wieder erkennen
Zumindest ging es mir auch so.
Als ich gesehen habe, dass er bereit dafür ist hab ich mich drauf geschwungen, bin mit Ihm noch eine kleine Runde gefahren, damit er sich an den Sozius Platz und meine Fahrweise gewöhnt.
Nun war es soweit, wir haben uns entschlossen runter zu fahren...
Zu beachten, die Wege sind mit Trampelpfaden zu vergleichen.
Natürlich darf Laub, Matsch, Schlamm und eine gehörige Neigung dabei nicht fehlen.
Achja, ich hab immer noch Kenda Speedracer, also Straßenreifen drauf :<:
Dazu noch die schlimmsten..
Die erste Hürde.
Steiler Berg, gefolgt von einer scharfen Kurve und vor der Kurve Tiefe Spurrillen gefüllt mit Matsch und Wasser.
Ich sehe, dass meinen Federweg für das Loch nicht ausrreicht.
"Sollen wir da Wirklich runter?"
Kollege steigt ab und schaut sich die Strecke nach dem Loch an.
"Wird es noch schlimmer?"
"Nee, geht schon, wenn du meinst du kommst vorbei, dann fahr"
Ich dachte mir nichts dabei, fahr los..
Hat geklappt..
Dann zur nächsten Hürde.
Ein steiler Abhang, so steil, fast wie der Kollosos aus dem Heidepark
Der Kollege hatte schon ein wenig Angst, ich sag das passt schon.
Augen zu und durch ---nee lass lieber die Augen auf
Ging auch gut...
Nur wir wären niemals da wieder hoch gekommen.
Anmerkung:
Keine Angst, ich gehe jetzt nicht auf jeden Berg ein, den wir Runter sind, das sind nur wichtige Elemente für die weitere Geschichte
Kein Zurück mehr.
Wir hatten viel Spaß im Gelände, durch die Regenfälle an den Vortagen sahen wir auch dementsprechend aus.
Schlammkur von Oben bis Unten, "JJ" kaum wieder zu erkennen..
Aus meinen Reifen wurden Schlicks, der Reifenumfang nahm wahrscheinlich nochmal um 20% zu, da sich der Schlamm praktisch festsaugte.
Wir erkundenten das Gebiet. Fanden einige Ausgänge, jedoch leider durch immer eine Schranke abgesperrt.
Bisher haben wir keinen weiteren Ausweg gefunden..
Also ging die Tour weiter...
Uns fiel auf, dass der Tagebau noch im Betrieb ist, wir haben Fahrzeuge und Rohre gesehen.
Vor ca. 3 Jahren wurde er eig. stillgelegt..
Wussten wir nicht..aber das hinderte uns nicht.
Ebenfalls sind uns neue Schilder wie "Bergbaugebiet, Unbefugtes Betreten Verboten", "Lebensgefahr" etc. aufgefallen.
Diese waren früher auch nicht versehen. Was solls es war zu spät wir sind ja schon runter.
Nun haben wir einen Weg gefunden, der nach Ausgang aussah.
Doch dann waren 2 Schilder am Seitenrand.
"Achtung Hochspannung in Betrieb, LEBENSGEFAHR"
Wir sind angehalten und haben uns nach einem Draht o.Ä. umgesehen.
Nichts gesehen, wir überlegten ob es nur als Abschreckung dient.
Oder etwa ein unsichtbarer Zaun 

Wir sind durch, wieder nichts passiert.
Plötzlich waren um uns rum abgelegene alte Gebäude. Wie aus einem Horrorfilm mit schlechtem Schaupiel. Perfekt zum Verbrechen eingeladen..
Wir wollten schnell Weg.
Plötzlich fanden wir uns auf einem Betriebshof wieder. Überall LKW's, Transporter, Bagger, Radlader usw.
Also muss es hier einen Ausgang geben..
...Natürlich war es ein abgesperrtes Tor.
Nach weiterer Suche haben wir nichts gefunden und mussten mit dem Gedanken spielen, wieder dort hoch zu müssen.
Die Suche ging weiter.
Stunden verstrichen, aber unseren Spaß ließen wir uns nicht versauen..
Nach Gewisser Zeit haben wir das gesamte Gebiet abgesucht. Natürlich gab es keine weiteren Ausgang aus dem wir "fliehen" konnten..
Wir mussten wieder zurück und uns dort einen alternativen Schlupfweg suchen, da wir den großen Abhang ala Achterbahn auf keinen Fall wieder hoch kommen.
Nachdem das Areal "Eingang" nach Alternativrouten abgesucht wurde, fanden wir endlich einen "nicht ganz so steilen Weg".
Mit Müh und Not -Kollege musste mich dem Ende zu hoch ziehen- (Speedracer, voller Schlamm- not so..) kam ich den Hang hinauf.
Wir waren glücklich, das schlimmste sei geschafft, so dachten wir...
...jetzt den steilen, nassen, schlammigen und mit Laub bedeckten Trampelpfad hoch...
keine Chance.
Ich musste Absteigen, der Kollege hat am Frontbumper gezogen, ich stand neben der Maschine, hab Gas geben, gelenkt und auch teilweise gezogen.
Mit viel Kraftaufwand haben wir es bis zur anfangs ersten Hürde geschafft.
Genau dort, wo wir uns fragten: "Sollen wir wirklich da runter?"
Durch die riesen Spurrillen und das große Loch, gefolgt von einem kurzzeitigem Anstieg kamen wir kein Stück weiter.
Natürlich sahen wir schlimmer aus als unser Spaßgerät.
Komplett mit Schlamm bedeckt.
Meine Schuhe waren 5 KG schwerer als vorher und hatten weniger Grip als meine dämlichen Schlappen, die Kenda's...
Nach durchdrehenden Reifen, ruckeln, schieben, zerren etc. ging natürlich auch noch das Quad aus..
Nach Startprobs ging sie wieder an.
Nach Gasannahme wieder aus.
Das wiederholte sich etliche Male.
"Hast du genug Spirt?"(fragte mich mein kleiner Freund aus meinem Ohr)
Ein Schwapp war noch drin, sollte reichen oder nicht?
Nein...
Benzinhahn -> Reservestellung ! :§
Welche Stellung war das nochmal? Einfach rumprobiert.
Hat nichts geholfen.
Ab und zu ging "JJ" noch an, war aber nicht lange der Fall...
Dazu kamen die erschwerliche Position, Schuhwerk voller Schlamm bzw. Knietief im Matsch und eine Steigung von vermutlich 80 Grad...
Ich musste dabei ständig beide Bremsen Halten, mein Kollege am Frontbumper um das Abrutschen zu sichern.
So jetzt Startet mal dabei...
Den Choke bedienen, den Elektrostarter, Gas, Ganghebel und beide Bremsen und das alles in der Position...Macht sich nicht gut^^
Mir blieb nichts anderes übrig, als mit Drehzahl/Gas in die "F" Stellung zu wechseln...nicht gut für die Vario, oder sowas, bin kein Experte^^
Jedenfalls gibts da immer einen gehörigen Schlag, hört sich nicht toll an.
Ich ging also davon aus, dass ich zu wenig Sprit habe.
Vermutlich auch wegen der schrägen Position...
ca. eine 3/4 Stunde verging...immer wieder Startversuche..keine Chance.
Der Kollege geht Sprit holen, noch einen Kollegen und ein Abschleppseil.
Ich stand eine weitere halbe, gefühlt wie 2, Stunden in dieser oben beschriebenen Position, empfehle ich keinem ! 
Der Sprit kam, das Ding, die liebe "JJ", mein Schatz...ging natürlich weiterhin nicht an -.-
Es half nur zu Dritt hoch ziehen, ohne jeglichen Halt..
Ziemlich Nerven/Kraftaufwändig 
Das schonmal geschafft. Fehlen "nur" noch ca. 100 m steiler Aufstieg..keine Möglichkeit um das hoch zu ziehen.
Zusätzlich, danke Gott (bin absolut nicht gläubig..) wurde es Dunkel und fing auch noch an zu schneien.
Außerdem dachte ich mir, dass iwas mit meiner "JJ" nicht stimmt. Hoffentlich ist nichts kaputt.
Grade geholt und schon hab ich Sie kaputt gemacht..ich war am Boden..
Ich wollte mein Quad nicht missen..hab eh kaum Geld für eine Reparatur durch die Anschaffung..
Weitere Startversuche folgten..absolut nicht möglich.
Der Saft der Batterie war leer.
Der Kollege ging hoch, baute die Batterie aus seinem Benz aus, holte Startkabel.
Ist das die Rettung?
Ich hab mich schon mit einem Haufen Schrott im Nirvana abgefunden
Kein Abschleppen möglich...kenne leider auch niemanden mit einer Seiwinde oder einem anderen Quad...
Nach dem Anklemmen, ich musste weiterhin die Bremsen dauernd halten..
hat es natürlich nach vielen Startversuchen nicht geklappt...
Woran liegt es???
Es war unsere einzige Möglichkeit..
Wir haben es weiter probiert.
Sie ging an nach einer Minute -Gas- aus...
So ging das Spiel weiter immer und immer wieder...
Warum startet Sie nicht?
Kleiner Mann aus dem verdreckten Ohr: "Benzinhahn"
Ahhh der Benzinhahn...
Jaa, der war zu..ich Trottel..ich Vollidiot 
Geschafft, jetzt nur noch da hoch.
Mit Ach und Krach, durchdrehenden Reifen hab ich es immer weiter geschaft.
Zwischendurch ging "JJ" halt wieder aus, aber wir haben es fast geschafft also weiter probiert.
Nach ca. 3 h Rettungsversuch haben wir es endlich geschafft.
Unglaublich...
Bevor ich nochmal in solch Gelände gehe müssen folgende Bedingungen herrschen:
Volltanken, neue Reifen, Abschleppseil in der Tasche, Seilwinde?!, bessere Wetterbedingungen, das Gelände bestens kennen !
Glücklicherweise hatte ich:
Ich war nicht allein, sonst wär ich absolut verzweifelt; netter Helfer; einen kleinen Mann im Ohr; Glaube an meine "JJ"; Ehrgeiz etc...
Sorry das es so lang wurde.
Ich hoffe es interessiert jemanden^^
Vielleicht hat einer von Euch noch Tipps oder Anregungen.
Vielleicht auch selbst schonmal so etwas ähnliches Erlebt.
Gruß FLAME
PS:
DAS WAR ES WERT !