moin moin,
hab hier was von nem kumpel zum thema fett bekommen:
• Calciumseifen-Schmierfette
Calciumseifen-Schmierfette, auch Kalkfette genannt. Ihr Einsatz überdeckt einen Temperaturbereich von ca. -40 °C bis +60 °C bei sehr guter Wasserbeständigkeit. Werden diese Fette über 60 °C erhitzt, so erweichen sie ohne nach Abkühlung wieder in ihre Konsistenzklasse zurückzukehren. Im Kfz-Bereich waren sie lange Jahre unter der Bezeichnung "Abschmierfett" im Einsatz. Ihre Verwendung ist stark rückläufig.
• Natriumseifen-Schmierfette
Natriumseifen-Schmierfette, auch Natronfette genannt, sind für Einsatztemperaturen bis ca. 100 °C geeignet. Sie wurden daher über lange Jahre auch als „Heisslagerfett" bezeichnet. Dies ist heute irreführend, da oft mit Einsatztemperaturen über 100 °C zu rechnen ist. Auch wird häufig die Bezeichnung „Wälzlagerfett" verwendet, da diese Schmierfette die ersten in grösserem Umfang in Wälzlagern eingesetzten Produkte waren. Heute werden in Wälzlagern im Regelfall Lithiumseifen-Schmierfette verwendet. Natriumseifen-Schmierfette sind nicht wasserbeständig, bieten aber bei geringem Wasseranfall einen hervorragenden Korrosionsschutz durch Bildung einer Emulsion. Ihr grosser Vorteil ist ihre faserige Struktur, die sie für den Einsatz in langsam laufenden Getrieben prädestiniert. Bei kurzzeitiger Erwärmung über den Tropfpunkt bilden sie sich nach Abkühlung in ihre Ausgangsstruktur zurück.
• Lithiumseifen-Schmierfette
Lithiumseifen-Schmierfette werden seit Anfang der 50er Jahre produziert. Die Metallseife kann von unterschiedlicher Qualität sein. Heutige Spitzenqualitäten sind nur mit Lithium-12-Hydroxistearat darstellbar. Lithiumfette dieser Qualität sind ausreichend wasserbeständig und gleichzeitig auch thermisch hoch belastbar; ihr Gebrauchstemperaturbereich reicht von ca. -20 °C bis +130 °C. Dieser Fett-Typ vereinigt günstig die Vorzüge der Calcium- und Natriumfette ohne deren Nachteile. Lithiumseifen-Schmierfette sind deshalb heute die meistbenutzten Schmierfette.
Die Seifenarten Lithium, Calcium und Aluminium finden auch als Komplexseifen-Schmierfette in höherwertigen Ausrichtungen Verwendung. Sie weisen sehr viel höhere Tropfpunkte als die normalen Metallseifenfette auf. Ihre Einsatztemperatur ist je nach Grundstofftyp von -50 °C bis 160 °C, sie muss jedoch immer unterhalb ihres Tropfpunktes liegen.
• Calciumkomplexfette
Diese Fette werden aufgrund ihrer guten Wasserverträglichkeit gerne in nassen Anwendungen eingesetzt. Bei höheren Temperaturen und längerer Lagerzeit neigen sie zur Verhärtung, weshalb sie bei Verlustschmierung mit permanenter Nachschmierung benutzt werden. Ihr Einsatztemperaturbereich liegt bei 130 °C, kurzzeitig bei 140 °C.
• Aluminiumkomplexfette
In Hochtemperaturanwendungen um 150 °C haben sich Al-Komplexfette sehr gut bewährt, selbst auftretende Spitzen von 200 - 220 °C können sie bei Einsatz temperaturstabiler Basisöle kurzzeitig beherrschen. In Kombiantion mit Festschmierstoffen wie Molybdändisulfat oder Graphit werden sie in Getrieben für Drehöfen oder anderen thermisch belasteten Anwendungen eingesetzt. Durch ihre sehr hohe Wasserbeständigkeit finden sie Anwendung in Wasserbau und Schifffahrt.
• Lithiumkomplexfette
Wie die zwei vorgenannten Komplexfette besitzen Lithiumfette einen Tropfpunkt von etwa 250 °C und sind bis zu Temperaturen um 150 °C einsetzbar. Bei Verwendung synthetischer Grundöle kann ihr Einsatztemperaturbereich gesteigert werden. Sie werden bevorzugt in schwerzugänglichen Lagern der Industrie sowie PKW- und LKW-Radlagern verwendet.
• PTFE-Fette
Fette, die mit Polytetrafluorethylen (PTFE) verdickt sind, weisen sehr hohe chemische Beständigkeit auf. Sie wirken stark reibungsmindemd. Sofern spezieile Grundöle verwendet werden, eignen sie sich zur Langzeit- oder
Lebensdauerschmierung bei hohen bis sehr hohen Temperaturen.
• Seifenfreie Schmierfette
Diese Fette zeichnen sich durch einen hohen Tropfpunkt und durch hohe mögliche Einsatztemperaturen aus.
Die Eindicker dieses Fetttyps können anorganische oder organische Produkte sein, wobei als wichtigste folgende Komponenten zu nennen sind:
• Silicagelfette
auf Kieselsäure-Basis
Silicalgelfette bestehen aus Kieselsäure und Mineralöl, wobei die Kieselsäure in einer amorphen, sehr feinen Form vorliegt. Der Eindickungseffekt ist relativ gering, die Fette zeigen thixotropes Verhalten*.
• Bentonitfette
auf Tonerde (Aluminiumsilikat) -Basis
Bei Bentonitfetten muss die Einsatztemperatur beachtet werden, da das Basisöl in der Silikatstruktur festgehalten und bei hohen Temperaturen oxidiert wird, ohne dass eine Phasentrennung von Öl und Verdicker eintritt. Verkokte Lager und Rohrleitungen können die Folge sein.
• Polyharnstofffette
auf Harnstoffderivat-Basis
Polyharnstofffette werden eingesetzt wenn Li-Komplexfette versagen, d.h. die Anwendung über einer Dauertemperatureinsatzgrenze von 160 °C liegt. Neben ihrer Hochtemperatureignung haben Polyharnstofffette eine ausgezeichnete Wasserverträglichkeit und Verschleissschutzeigenschaften, sowie hohen Korrosionsschutz.
* Schlagartiger Übergang von festen in flüssigen Aggregatzustand
Gruß
Marco