Mal wieder nach Albanien

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  • Da die Zeit rennt und ich im Juni mit meiner Frau verreisen werde die leider keine Lust auf ATV-Touren hat, blieb nur der Mai für eine Tour. Da ich für albanische Freunde einen Satz ATV-Reifen und ein paar andere Ersatzteile gekauft hatte die ich noch liefern "musste", fiel die Entscheidung leicht, ich fahre nach Albanien. :) In Frage kommende Begleiter hatten keine Zeit bzw. keine Lust für nur 2 Wochen die weite Reise anzutreten, für mich habe ich 2,5 - 3 Wochen eingeplant, entscheide ich spontan nach Lust und Laune, Zeit zu haben ist ein echter Luxus... den man leider mit zunehmender Vergreisung bezahlt...machse nix, is halt so.

    Geplant war die Abfahrt für Samstag den 10.05., mein Zeitplan für die Vorbereitungen geriet aber durch einen 10-tägigen krankheitsbedingten Ausfall ins Stocken, zum Glück hat mich danach mein Sohn unterstützt. Der Outi bekam neue Rollen und Gleiter für die Vario und die Freilauflager wurden ersetzt, die Schaltung ging danach deutlich leichter.

    Da ich in Kauflaune war hab ich eine Trenntoilette, einen neuen Gaskocher und eine weitere Kompressorkühlbox bestellt. Die kleine 20l-Vevorbox hat sich in der Vergangenheit bestens bewährt, reicht auch aus wenn man alleine unterwegs ist, ich fand die Möglichkeit ein Kühl- und ein Gefrierfach zur Verfügung zu haben ganz interessant. Raus mit der Kohle, geht alles vom Erbe ab. 😉😀. Die neue Box funktioniert prima, 1l-Colaflaschen passen wegen der Höhe aber nur leicht gekippt rein, 1,5l Eisteeflaschen kann man nur waagerecht ins Gefrierfach legen. Unser Movano hat eine Womo-Zulassung, um die zu bekommen hatten wir eine vorhandene Induktionskochplatte reingeschraubt um Gasprüfungen zu vermeiden. Da aber auf südlichen Campingplätzen oft die Stromstärke nicht reicht und wir auf Landstrom verzichten möchten wurde der wackelige Kartuschenkocher gegen dieses standsichere Modell ausgetauscht. Die Trenntoilette ist recht klein und ist nur für Notfälle dabei, ich übernachte nicht nur auf Campingplätzen und habe keine Lust mich hinter einen Busch zu hocken.

    Da schon eine 100 Ah Lifepo-Batterie eingebaut war wurde noch ein 220W Solarmodul nachgerüstet. Der Betreiber des Shops hat mich telefonisch sehr freundlich beraten, durchaus empfehlenswert. Dazu kam noch ein Victron Solarregler. Den sollte man auf jeden Fall mit Bluetooth kaufen, die per App abrufbaren Infos lassen Männerherzen höher schlagen. Frauen ist die Bedeutung dieser Infos gar nicht bewußt, denen genügt es wenn Strom aus der Steckdose kommt, die wissen gar nicht wie wichtig es ist den momentanen Ertrag, den Tagesertrag, den Ertrag der Vortage, den Gesamtertrag und den Ladezustand der Batterie genau angezeigt zu bekommen. 😂 Ist ein nettes Gimmick für das es sich m.E. lohnt ein paar Euro mehr zu bezahlen. Das Modul hab ich am 28.04. bestellt, leider kam es zu einer Verzögerung bei der Lieferung und es traf erst einen Tag vor der geplanten Abfahrt bei mir ein. Da ich einerseits skeptisch war ob es reicht das Modul nur auf dem Dach zu verkleben, andererseits zig Tausend Womos die Dinger nicht verlieren, hab ich den empfohlenen Spezialkleber benutzt und auch die bei echten Kerlen verpönte Montageanleitung gelesen und beachtet. Freitag wurde das Modul verklebt, dabei war ich froh nicht das billigste Modul gekauft zu haben. Die werden mit Kunststoffhaltern geliefert, ich habe Alu-Halter bekommen die einen stabilen Eindruck machen. Die Trocknungszeit des Klebers wurde mit 24-48 Stunden angegeben und da ich nicht riskieren wollte das Modul während der Fahrt im Rückspiegel fliegen zu sehen hab ich die Abreise von Samstag auf Sonntag Abend verschoben. Die Zeit brauchte ich auch, da es immer wieder kleine Überraschungen gab. Die Handbremse am Bus ließ sich sehr weit ziehen, also mal eben nachstellen die Handbremsseile sind recht neu. Dabei haben wir festgestellt, dass sich die Handbremse auf der rechten Seite nicht ganz löst. Wir hatten keine Zeit und keinen RepSatz, also wurde der Bremssattel nicht zerlegt sondern improvisiert. Eine Druckfeder und Distanzen lösten die Handbremse und somit das Problem. Mein Sohn nutzt den Bus als Alltagsfahrzeug, damit er mobil bleibt hat er meinen Kia mitgenommen nachdem er mir beim Verkleben des Moduls geholfen hat. Eine halbe Stunde später stand er wieder vor der Tür, die Karre lief nur noch auf 3 Pötten. 🤮 Der hat für jeden Zylinder eine eigene Zündspule, der Fehlerspeicher meinte, dass Zyl. 1 das Problem ist. Kurz die Spulen über Kreuz getauscht und das Problem wanderte zu Zyl. 2, also ganz klar eine kaputte Zündspule. 10 Minuten vor Geschäftsschluss erreichte mein Sohn telefonisch seinen örtlichen Ersatzteildealer, der sagte das die neue Spule Montag abgeholt werden könne. Hat zum Glück geklappt da Junior am Dienstag eine längere Strecke zu einem wichtigen Termin fahren musste. Die Spule kostete 50 €, 4 Hella-Spulen kosten im Internet 60 € inkl. Lieferung, egal, die Karre musste laufen. Nachdem Junior auf 3 Pötten vom Hof geknattert und die Handbremse gängig war konnte ich mich der Verdrahtung der Solaranlage widmen. Erstmal musste das Kabel des Moduls ins Fahrzeuginnere, praktischerweise musste ich dazu im Dach nur 2 Gummistopfen entfernen, blickte dann aber ratlos auf die Stecker des Moduls die demontiert werden mussten. Der vorsichtige Versuch die mit der Hand aufzuschrauben scheiterte, ich wollte auch nichts zerbrechen. Für die Verlegung im Auto hatte ich mir 5m Kabel mit einseitig montierten Steckern bestellt, ich überlegte kurz ob ich die nicht einfach abschneiden und die Kabel verlöten oder verklemmen sollte, verwarf den Gedanken aber und recherchierte im Internet wie man die Stecker demontiert. Ist mir auch gelungen, hat aber Zeit gekostet, egal ich hatte die Abreise ja schon auf Sonntag verschoben....warum lachte meine Frau bloß so ungläubig als ich das verkündete? :/

    Ich hab das Modulkabel ins Fahrzeug verlegt die Stecker wieder montiert und die Dachstopfen mit Sikaflex abgedichtet, dann war es schon 19.00 und ich hab Feierabend gemacht. Samstag ging es nach einem gemütlichen Frühstück weiter, ich war vor einem Urlaub selten so entspannt, hatte Zeit und musste auf keine Begleiter Rücksicht nehmen da es die nicht gab. Die Verdrahtung im Fahrzeug zog sich in die Länge, ich mache das schliesslich nicht jeden Tag. Irgendwann war alles montiert und die Victron App für den Solarregler auf dem Tablet installiert. Das Auto stand im Carport aber die Einfahrt ist über 4m hoch, da sollte doch genug Licht für die Solaranlage einfallen. Verbindung zum Regler klappte problemlos, nur kurz die Batterieart umgestellt, der Rest soll angeblich mit den Werkseinstellungen funktionieren. Mir wurden ca. 20V aber nur 1W Ertrag angezeigt - ist da alles i.O.? Ich schaute ratlos auf die Einstellungen und las Begriffe die ich nie zuvor gehört hatte. :/ Dann fuhr ich mal aus dem Carport raus und die Anzeige stieg auf 128W 😀😀😀

    Als ich wieder gegen 19.00 Feierabend machte hatte ich den Eindruck ein mitleidig spöttisches Grinsen bei meiner Frau zu sehen...der Eindruck täuschte bestimmt. :.pfeifer:

  • Ich kürze mal ab, Dienstag bin ich gegen 17.30 Uhr aufgebrochen. Die Autobahn war überraschend leer, ich war nicht müde und rollte gemütlich mit meinem Gespann bis zur österreichischen Grenze, kaufte am Automat gegen 0.30 Uhr eine elektronische Tagesvignette und fuhr über leere Strassen weiter in Richtung Graz. Gegen 2.00 Uhr bin ich abgefahren um den 100l-Tank neu zu befüllen, dabei stellte ich fest, dass sich der Rückwärtsgang nicht einlegen läßt, also mal eben auf einem Supermarktparkplatz die Verkleidung am Schaltknüppel abgeschraubt um zu guckem ob die Schaltseile i.O. sind, das waren sie. Dann fiel mir ein, dass wir nach dem Getriebe- und Kupplungstausch vor 2 Monaten die Kupplung nicht richtig entlüften konnten. Der Kunststoffentlüftungshahn am neuen Ausrücklager ließ sich nur schwer mit einer Zange drehen, nachdem ein Teil abgebrochen ist haben wir nicht weitergemacht, wäre noch mehr abgebrochen hätten wir das Getriebe nochmal ausbauen müssen um das Teil zu ersetzen. Ich hab auf meinem Supermarktparkplatz das Kupplungspedal mit der Hand nach oben gezogen, danach reichte der Druck wieder und der Rückwärtsgang ließ sich einlegen. Hab mir die Hände gewaschen, machte mich startklar, drehte den Zündschlüssel...und der Anlasser machte keinen Mucks. :facepalm: Erst nachdem ich den Schlüssel 4-5x gedreht hatte drehte auch der Anlasser und die Karre sprang an....es könnte ja auch mal was funktionieren. Der Movano ist Bj. 2008, hat 260.000 km runter. Da ich immer noch munter war bin ich weitergefahren und hab mich erst gegen 5.00 ca. 30km vor der slowenischen Grenze ins Bett gelegt. Manchmal bin ich bockig, z.B. wenn ich in Slowenien für ca. 50 km Autobahn 30 € zahlen soll, also hab ich mich mautfrei durch Slowenien navigieren lassen. Bis zu meiner Einreise nach Kroatien war ich unschlüssig ob ich über die AB oder Landstrassen fahren soll. Da die Fahrt über Land aber viel Zeit kostet hab ich mich doch für das entspannte Rollen über die kroatische AB entschieden, hat insgesamt 80 € Maut gekostet. Diesel kostet in Kroatien z.Zt. 1,28 €/l, ich bin über Neum/Bosnien gefahren und hab da 1,14 €/l bezahlt bzw. hätte umgerechnet 1,14 € zahlen müssen, der Tankstellenkassierer meinte aber, dass Kartenzahlung gerade nicht funktionieren würde und ich bar zahlen müsse, sein Umrechnungskurs war nicht zu meinem Vorteil und ich habe daher etwas mehr gezahlt, war aber trotzdem günstig. Bin dann wieder von Bosnien nach Kroatien gefahren und hab da am frühen Abend einen ruhigen Übernachtungsparkplatz gefunden. Seit dem Bau der Peljesacbrücke hat der Verkehr über Neum deutlich abgenommen und es fuhren kaum Autos an meinem Stellplatz vorbei. Donnerstag Morgen ging es entspannt weiter, meine Navi-App hatte ich auf "Truck, schnellste Strecke" eingestellt.

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    Hier beschlichen mich leichte Zweifel an der Routenplanung des Navis, es gab aber keine Wendemöglichkeit für mein Gespann. Etwas später traf ich einen Einheimischen der mir empfahl umzudrehen, das hielt ich auch für besser. Er ging in sein Haus, holte seinen Autoschlüssel und fuhr sein Auto weg, so konnte ich auf dem kleinen Platz wenden. Mein Navi empfahl mir eine neue Route nach Bosnien. Die Strasse hatte ein D in der Bezeichnung und es gab ein richtiges Verkehrsschild zu einer Ortschaft, trotzdem fand ich mich auf einer einspurigen landschaftlich sehr schönen Bergstrasse wieder. Egal, ich habe Vorräte und mein Bett dabei, soll doch der Gegenverkehr zusehen wie wir aneinander vorbeikommen...es gab zum Glück keinen Gegenverkehr. :) Somit gab es auch keine Wartezeit an der bosnischen Grenze, trotzdem war ich nicht begeistert. Direkt hinter der Grenze endete der Asphalt und ging in Schotter über. Ich fragte einen gut Englisch sprechenden Grenzer ob die Strasse für mich befahrbar sei. Da würde gebaut, 10km nur Schotter und schlechtere Abschnitte, er nutzt diese Strasse mit seinem Pkw nicht. Ok, das war mein kürzester Besuch in Bosnien, hab gedreht und bin wieder zurück, die Bergstrasse ist auch entgegengesetzt sehenswert. ^^

    Hab dann ein paar Routenpunkte gesetzt und blieb dann auf der Hauptstrasse die teils einem Flickenteppich glich. Unterwegs nahm ich noch einen Anhalter bis nach Trebinje mit, er sprach leider kein Englisch, bedankte sich aber sehr freundlich beim Abschied. Ein Wegweiser gab die Richtung durch Trebinje nach Niksic vor, als mein Navi meinte, dass ich rechts abbiegen soll war ich skeptisch und nach 100m sicher nicht auf dem richtigen Weg zu sein. Ich fragte einen Polizisten nach dem Weg, er meinte, dass ich drehen soll, er würde mir den Weg zeigen. Ich dachte er wurde eine Karte rausholen oder mir den Weg erklären, dem war nicht so, er setzte sich in seinen Streifenwagen und fuhr bis zum Ortsausgang voraus. Ich bedankte mich, sagte, dass ich mich wie ein Präsident fühle, wir lachten und klatschten ab. Der Rest der Anreise verlief reibungslos. Direkt hinter der albanischen Grenze boten 2 junge Männer albanische Simkarten an. Da beide sehr nett waren und ich mich für einen entscheiden musste haben wir ausgelost bei wem ich die Karte kaufe. Er hat mir die sofort installiert, wir haben dabei geplaudert und er zeigte mir Videos von seinem Quad. Die Karte kostete nicht mehr als im Vodafoneshop, 40GB für 25€. Kurze Zeit später kam ich am Lake Shkodra Resort an, gewohnheitsmäßig ist das meine 1. Station in Albanien und oft auch die letzte auf der Rückreise. Leider war es bewölkt und tröpfelte leicht, das hab ich mit einem leckeren Essen im Campingrestaurant kompensiert.

    Fortsetzung folgt

  • Ich nutze die Handy App Mapfactor, war damit in der Vergangenheit relativ zufrieden und die arbeitet offline, was mir sehr wichtig ist. Wenn ich im Urlaub On- oder Offroad Touren plane setze ich Wegpunkte, dann arbeitet die App so wie ich es erwarte.

    Screenshot_20250519_070819_Navigator.jpg

    Ich werde mal Neben- und kleine Ortsstrassen deaktivieren und gucken was passiert, bin davon ausgegangen, dass die bei "Truck, schnellste Strecke" keine Rolle spielen.

    Landschaftlich waren die Kapriolen sehr schön. :);)

    Edit:

    Wenn ich Neben- und kleine Ortsstrassen deaktiviere kann die Route nicht berechnet werden.

    Mit meinen bisherigen Einstellungen bekam ich diesen Routenvorschlag:

    Screenshot_20250519_074847_Navigator.jpg

    Sowas ignoriere ich und biege nicht von der Hauptstrasse in ein Wohngebiet ab.

    Dann habe ich die bereits von 100 auf 50 runtergesetzte Priorität der Neben und kleinen Ortsstrassen auf 10 herabgesetzt und bekam diesen Routenvorschlag:

    Screenshot_20250519_074656_Navigator.jpg

    So stelle ich mir das vor, war wohl ein Einstellungsfehler meinerseits, bin aber davon ausgegangen, das bei "Truck, schnellste Strecke" und von 100 auf 50 herabgesetzter Priorität automatisch über die Hauptstrasse geroutet wird.

    Wohnort - Nähe Biggesee

    Einmal editiert, zuletzt von Frido (19. Mai 2025 um 08:06)

  • Freitag Morgen regnete es ausgiebig, ich verzichtete auf ein Frühstück, überprüfte kurz die Spanngurte und machte mich auf den Weg nach Burrel in mein Stammhotel Vila Bruci, unterwegs arbeiteten meine Scheibenwischer teils auf höchster Stufe, ich war heilfroh im Bus und nicht auf dem ATV zu sitzen. Für die letzten 30km auf der SH 6 kann man eine Stunde Fahrzeit einplanen, die "Strasse" ist asphaltiert aber grottenschlecht. Durch den Regen sind Steine vom Hang auf die Fahrbahn gefallen die umkurvt werden mussten. Als vor mir ein Pkw auftauchte fragte ich mich warum der mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf der Gegenfahrbahn fuhr? Der hielt an, ein Mann in orangefarbener Regenkleidung sprang an der Beifahrerseite raus und schob mit dem Fuss Steine von der Fahrbahn, albanischer Strassendienst, aber sehr zeitnah im Einsatz und bemüht. Ein freundlicher Lkw-Fahrer reduzierte die Geschwindigkeit und ließ mich vorbei, sonst hätte ich 20km hinter ihm bleiben müssen, über den Pkw der mir in einem schlecht beleuchteten Tunnel mit nicht eingeschaltetem Licht entgegenkam wunderte ich mich nicht wirklich.

    Im Hotel wurde ich von der Betreiberfamilie herzlich begrüsst und ehe ich mich versah zeigte man mir in der Garage 3 nagelneue CF 450 die für geführte Offroadtouren vermietet werden. Die Familie oder besser gesagt der männliche Teil der Familie ist gerne mit den Geländewagen unterwegs, die Gegend bietet reichlich Spielplätze. Ilir, der Chef, ist seit seiner Kindheit hüftabwärts gelähmt, im letzten Jahr hat er sich einen Herzenswunsch erfüllt und ein gebrauchtes Quadzilla (CF aus GB) gekauft. Wir waren im September gemeinsam unterwegs, nicht nur für einen Anfänger mit Handicap war er gut unterwegs.

    Samstag startete Wesley, der Sohn des Betreibers, mit 2 Paaren zu einer ATV-Tour. Zumindest trugen sie Helme zu ihrer recht dünnen Strassenkleidung. Etwas später brachen Ilir und ich zu einer kleinen Runde auf, statt Helm trug er Basecap und Sonnenbrille und welcher Albaner braucht schon Handschuhe, die blieben im Schrank. An der Tanke passten 19,6l in meinen 20l-Tank - Punktlandung. 15 Min. später fing es an zu regnen, aber wir sind ja nicht aus Zucker. Der Regen wurde heftiger, meine Bundeswehrhose war bald durchweicht - kennt ihr das Gefühl wenn das Wasser über die Sitzbank direkt in die Unterhose läuft? Auf einem Schotterpfad tauchte vor uns eine Reiterin auf, sie ritt auf einem Packsattel ohne Steigbügel, trug obenrum nur ein T-Shirt und war barfuss...ich fühlte mich mit Moppedjacke, Helm und Handschuhen plötzlich wie eine Pussy. :) Obwohl wir Abstand hielten stieg das Pferd einmal, sie blieb aber sicher im Sattel. Wir folgten ihr langsam und mit Abstand bis sie nach 2-300m auf eine Wiese ausweichen und und vorbeilassen konnte. Ich weiß gar nicht wie lange wir unterwegs waren, ich schätze es war nur 1 Stunde, reichte aber aus um keinen trockenen Faden mehr am Leib zu haben. Mir fielen Wesley und seine Gäste ein, die 1. ATV-Tour mit schlechter Kleidung bei so einem Wetter. Die hatten zum Glück die Gelegenheit unterwegs einzukehren und sich am Kaminfeuer zu wärmen, auf der Rückfahrt schien die Sonne und die 4 waren trotz des schlechten Wetters total begeistert und wollen im Hochsommer wiederkommen.

    In der Gaststube saßen wir noch lange am gemütlichen Kaminofen zusammen, nur der ESC der im Hintergrund dudelte störte.

  • Herrlich :)

    Das glaube ich das es Dir gut geht in Albanien. Gibt nur wenig Schöneres, als den ganzen Tag entspannt durch diese Landschaft zu kullern. Bei mir war es leider nur ein Kurztrip in den Osten, aber es ist gut für die Seele mal an nix zu denken und Ruhe zu haben. Viel Spass weiterhin und komm heile wieder :)

  • Wie erwähnt waren wir gestern unterwegs, Denis sagte mir nur, dass es mit Freunden offroad in die Berge geht und da gegrillt wird...schon hatte er mich überredet. Es sollte um 7.00 Uhr gestartet werden, also erschien ich um 6.30 Uhr im Gastraum des Hotels, einige Mitfahrer hatten sich schon eingefunden. Auf einem Tisch standen 3 geöffnete Flaschen Bier, das kann ja heiter werden....aber es waren ja nur kleine Flaschen. ^^

    Ein ATV hatten wir am Vorabend auf Denis' Pickup verladen, Ilir hatte wohl keine Lust die ganze Strecke, ca. 40 km zu fahren und Denis wollte ausprobieren ob das mit dem Transport klappt. Überwiegend ging es über die SH36, das ist größtenteils eine Schotterpiste die den Namen Strasse nicht verdient hat.
    Timmi - natürlich ein Verwandter - fuhr ein ATV, typisch albanisch mit Sicherheits-Base-Cap statt Helm, dann gab es noch einen Biker auf einer EXC 450 Geländemaschine...und mich. Der Rest bestand aus verschiedenen Geländewagen...mal eben überlegen...müßten 7 oder 8 gewesen sein. Nach 7.00 ging es vom Hotel zur Tankstelle, da haben wir bestimmt 20 Min vertrödelt, wirkte nicht organisiert. Dann mussten wir noch gut 20 Min. zum Treffpunkt fahren, dort wartete der Rest der Gruppe. Nach ca. 10 km fiel das 1. Auto aus und beendete die Fahrt. Später wurde das ATV von Denis' Ladefläche geholt und Ilir fuhr damit. Nach einem weiteren Zwischenstop ging es rechts ab, ich fuhr hinter Denis der nach ca. 1,5km anhielt weill die anderen 2 ATV und das Motorrad hinter uns nicht zu sehen waren. Ich hab gedreht und bin bis zum letzten Stop zurückgefahren, keiner zu sehen, also wieder gedreht und zurück. Der Rest war weitergefahren, ich war nicht sicher ob ich noch auf dem richtigen Weg war, aber nach einer gefühlten Ewigkeit kam mir Denis auf Ilirs ATV entgegen und meinte, ich solle geradeaus weiterfahren, er wollte noch ein Stück in die andere Richtung um Handyempfang zu haben. Warum ich nicht bei ihm geblieben bin oder zumindest nach dem genauen Ziel gefragt habe weiß ich nicht, nachher ist man immer schlauer. Bin geradeaus weiter durch ein paar große matschige Pfützen, der Weg wurde schmaler, sah nicht so aus als wären da kürzlich mehrere Autos hergefahren. Hab gedreht, bin ein Stück zurück, hab keine Abzweigung gesehen, also wieder gedreht und weiter. Der Weg durch den Wald war recht spannend aber auch sehr schön, teils brauchte ich Allrad und den L-Gang. Hab Denis per Whatsapp geschrieben, dass er mir die Position unseres Zieles schicken soll und nicht warten muss da es mir gut ginge und folgen würde. Die Nachricht ging zwar raus, erreichte ihn aber auf beiden Handys nicht, daher hab ich Wesley im Hotel angerufen, gefragt wo die Veranstaltung stattfindet und darum gebeten die Anderen zu informieren. Etwas später rief er mich an, er konnte keinen aus der Gruppe erreichen und die Veranstaltung müsse bei Selishte sein, genauer wußte er es nicht. Inzwischen hatte ich den Wald hinter mir gelassen und war auf einem gut fahrbaren geschotterten Weg, lt. Navi waren es bis Selishte noch 21km die ich gemütlich in Angriff nahm. Plötzlich ging mein Handy aus, das Gerappel hat unbemerkt zu einem Wackelkontakt zwischen Handy und Ladekabel geführt und die Navigation bei voller Helligkeit hat den 6 Jahre alten Akku leergezogen.....wenns läuft, dann läuft's. 🤣 Mir kam ein deutscher Motorradfahrer auf einer Reiseenduro entgegen der mir erzählte, dass Denis nach mir sucht und ihn nach mir gefragt hat, ich müsse nur auf der Strasse weiterfahren. Er hoffte bald wieder Asphalt unter die Reifen zu bekommen und hatte für heute genug Offroad, er war auf dem Weg nach Griechenland. 🤣 In einem kleinen Dorf fragte ich ein paar Jungs ob ich auf dem richtigen Weg sei - neee, ich müsse umdrehen. Die Akkuladung des Handys erlaubte inzwischen einen Neustart und kurzen Blick auf die Karte, vor 1,7km hab ich einen Abzweig verpasst - also zurück. Als ich losfuhr war der Akku wieder leer. Noch vor der Abzweigung schloß ich auf einen Audi Q8 auf der sich geschickt über die Löcher und Rinnen dieser Schotterstrasse kämpfte. Als er anhielt um mich passieren zu lassen fragt ich, ob das der richtige Weg sei, er bestätigte mir das. Ich verkniff mir die Frage wie man mit einem so teuren Auto auf so einer Strecke unterwegs sein kann. Der Weg wurde schlechter, teils ging es durch Wald und tiefe Pfützen, ein Toyota RAV tauchte vor mir auf, die 3 jungen Männer bestätigten, dass dies der Weg nach Selishte sei und fragten, ob ich auch zum Fest wolle. FEST? Natürlich will ich da hin! Da sie den Weg kannten folgte ich ihnen, der Toyota kämpfte sich durch Matsch und Pfützen in denen das Wasser teils bis an die Radnaben reichte. Ich rechnete damit, dass der stecken bleibt, tat er aber nicht.

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    Direkt hinter mir folgte uns schmerzfrei der Q8.

    Nach einer Weile erreichten wir den Veranstaltungsort, dort wurde ich freudig von der Gruppe begrüsst und bekam sofort ein Bier und einen Teller mit Kartoffeln, Grillfleisch und gegriitem Gemüse in die Hand gedrückt. Bis auf Ilir und Denis kannte ich die nicht, trotzdem fühlte ich mich willkommen und bei alten Bekannten. Ich holte kleine Colaflaschen und eine Flasche Whisky aus dem Koffer und stellte die auf den Tisch, ich konnte ja nicht mit leeren Händen erscheinen. Ich erfuhr, dass die nach mir gesucht hatten, deren Nachrichten haben mich ebensowenig erreicht wie umgekehrt, sehr dumm gelaufen, tat mir leid, dass ist solche Umstände verursacht habe, die sahen das aber locker. Besonders Ilir hatte sich Sorgen gemacht weil er sich für mich verantwortlich fühlte.

    Wir lagerten etwas erhöht und konnten das Treiben der ca. 300 Besucher gut folgen. Ein Teil der Wiese war recht matschig und wurde von den Geländewagen ordentlich umgepflügt, immer wieder blieb welche stecken und mussten geborgen werden. Nebenbei erfuhr ich, dass ein Auto auf der Hinfahrt mit gebrochenem Querlenker liegengeblieben ist.

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    Getanzt wurde angeblich weil sie sich gefreut haben, dass ich heile angekommen bin....aber sicher doch. Den ganzen Tag wurde irgendwo zu albanischer Volksmusik getanzt.

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    Der Kollege gehörte leider nicht zu uns, frischer gehts nicht.

    Wohnort - Nähe Biggesee

    Einmal editiert, zuletzt von Frido (21. Mai 2025 um 22:45)

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    Denis hat es mit seinem Pickup versucht und musste geborgen werden. Der Jeep musste an ein 2. Auto gebunden werden, sonst hätte ihn die eigene Winde in den Matsch gezogen.

    Kaum war Denis aus dem Loch raus musste er es an anderer Stelle nochmal versuchen.

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    Andere Stelle...gleiches Ergebnis, der Kollege mit dem Jeep hat jetzt was gut bei ihm.

    Eigentlich sollte das Treffen Sonntag stattfinden, wegen der schlechte Wetteraussichten wurde es kurzerhand auf den sonnig vorhergesagten Dienstag verlegt - sehr gute Idee.

    Auf der Rückfahrt fuhr ich mit einem weiteren ATV und dem Motorrad vor dem Rest, da wir schneller fuhren und leichter überholen konnten waren wir deutlich früher in Burrel als der Rest.
    Insgesamt ein sehr schöner Tag!